Schröpftherapie


Schröpftherapie

 

Vielleicht haben Sie schon mal jemanden mit runden blauen Flecken auf dem Rücken oder den Schultern gesehen und dachten sich dabei, was das bloß für komische Stellen sind, und ob diese wehtun. Bei diesen blauen Flecken handelt es sich um gewollte Erscheinungen der Schröpftherapie. Beim Schröpfen wird an bestimmten Stellen der Körperoberfläche mittels eines Schröpfglases ein Vakuum erzeugt und dadurch bewusst blaue Flecken (sogenannte Hämatome) erzeugt.

Das Schröpfen ist in vielen Kulturen seit Jahrtausenden eine anerkannte Heilmethode, wie in China, Indien, Ägypten und für unseren Kulturkreis bestimmend im alten Griechenland. In China wurde bereits 3000 Jahre vor Christi mit dieser alternativen Therapieform erfolgreich behandelt und in Griechenland gab es sogar einen Gott des Schröpfens, er hieß Telesphorus.

 

Bisweilen ein leichter Muskelkater

In Deutschland hat sich die Schröpftherapie ebenfalls als feste Größe etabliert. Obwohl die blauen Stellen sehr intensiv aussehen, ist die Schröpftherapie eine nahezu schmerzfrei Therapieform. Manche Personen geben nach der Behandlung das Gefühl eines leichten Muskelkaters in dem behandelten Gebiet an. Die blauen Flecken und der leichte Muskelkater verschwinden nach ein paar Tagen wieder völlig. Die blauen Stellen sind beim Schröpfen eine ganz natürliche und gewollte Reaktion. Lassen Sie sich keine Schauermärchen über das Schröpfen erzählen.

 

Gegen schmerzhafte Muskeln

Wenn man bedenkt, dass die Schröpftherapie seit Jahrtausenden in vielen Ländern unserer Welt mit großen Erfolg angewandt wird, kann man die Wirkung dieser „blauen Flecken“ eigentlich sehr schlecht anzweifeln. Ein großes Einsatzgebiet der Schröpfbehandlung ist Schmerztherapie. Man behandelt mit den Schröpfgläsern schmerzhafte Muskeln, Gelenke, Faszien (Bindegewebshüllen), Narben, Nervenverläufen, Reflexzonen (Schröpfzonen, Head‘sche Zonen), Akupunkturpunkte und Meridiane (Leitbahnen der Traditionellen Chinesischen Medizin).

 

Hilfe bei muskulären Beschwerden

So reicht das Behandlungsspektrum der Schröpftherapie von muskulären Beschwerden, Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen, Nervenstörungen bis hin zu Verklebungen im Bereich des Bindegewebes und Faszien (Bindegewebshüllen). Auch bei Jugendlichen, die durch schulischen oder sportlichen Leistungsdruck der Eltern körperlich und seelisch verkrampfen, ist die Schröpftherapie an der Rückenmuskulatur im Halswirbel- und Brustwirbelsäulenbereich sehr hilfreich und beruhigt das sogenannte vegetative Nervensystem (unwillkürliches Nervensystem).

Somit kann die Schröpfbehandlung unter anderem bei Sportlern mit chronischen Muskel- oder Gelenkbeschwerden, bei Jugendlichen mit körperlichen und seelischen Erkrankungen durch Leistungsdruck bis zu älteren Personen mit Rückenschmerzen angewandt werden. Zu den Wirkungsweisen der Schröpftherapie zählen Anregung des Stoffwechsels, Verbesserung des Blut- und Lymphflusses, Senkung der Muskelspannung, Lösung von Bindegewebs- und Faszienverklebungen. Aus der Sichtweise der Traditionelle Chinesische Medizin werden die Meridiane (Leitbahnen) frei gemacht, das Qi (Lebensenergie) zum Fliesen angeregt und somit Energieblockaden gelöst. Die Schröpftherapie zählt auch zu den ausleitenden Verfahren. Damit meint man, dass durch diese Behandlung das Gewebe entgiftet und entsäuert wird und somit schmerzunempfindlicher ist und die Verletzungsgefahr verringert wird.

 

Verletzungsgefahr verringert sich

Durch die Ausleitung der gestauten Lymphflüssigkeit wird die Anspannung des darunter liegenden Muskels vermindert und der Muskel kann sich entspannen. Es gibt verschiedene Arten des Schröpfens. Die bekanntesten Formen sind das trockene und das blutige Schröpfen, die je nach Erkrankungsbild gezielt eingesetzt werden können. Wenn man es akzeptiert, dass man ein paar Tage blaue Flecken, die gewollt und nahezu schmerzlos sind, auf bestimmten Körperstellen hat, wird man mit der Schröpftherapie seine Freude haben, egal ob als Sportler, Jugendlicher oder ältere Person.

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